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Freitag, 30. April 2021

Rezension zu "Die Jungfrau von Orleans " von Friedrich Schiller

Zu den häufig gelesenen Werken der Weimarer Klassik zählt zweifelsohne „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller.

In seinem Werk beschreibt Friedrich Schiller das Leben von Johanna, die sich durch Gott dazu berufen fühlt, Frankreich ihr Heimatland vor den Engländern zu retten. 

Es ist die Zeit des Hundertjährigen Krieges und Frankreich befindet sich im Krieg mit England. Die englischen Truppen befinden sich bereits auf dem Vormarsch, und den französischen Truppen mangelt es an Geld. Darüber hinaus sind die französischen Truppen demoralisiert. König Karl der VII. glaubt den Krieg bereits verloren, als Johanna sich berufen fühlt, in die Kämpfe einzugreifen. Sie wird von der Jungfrau Maria dazu aufgefordert, die französischen Truppen zum Sieg zu verhelfen und Frankreich zu retten. Gleichzeitig geht sie die Verpflichtung ein, als Jungfrau zu leben.

Johanna stürzt sich in die Schlacht und führt die französischen Truppen zum Sieg. Doch auf dem Schlachtfeld begegnet sie Lionel, einen englischen Offizier. Obwohl sie geschworen hat, als Kriegerin zu wirken und sich nicht der Liebe zu einem Mann hinzugeben, verliebt sie sich in ihn. Das stürzt sie in eine tiefe Krise, denn sie fühlt Scham und Schuld gegenüber ihrer Heimat Frankreich.

Bei der Krönung des Königs in Reims wird Johanna von ihrem eigenen Vater, der Hexerei bezichtigt. Sie verteidigt sich nicht und wird in die Verbannung geschickt. Auf ihrer Reise in die Einsamkeit fällt sie den englischen Truppen in die Hände, wird gefangen genommen und in Ketten gelegt. Johanna, deren Liebe zu Lionel inzwischen vergangen ist, spricht ein inniges Gebet zur Jungfrau Maria. Wie von Zauberhand werden die Ketten gesprengt und Johanna greift erneut in die Schlacht ein. Wieder führt sie die Franzosen zum Sieg.

Die Franzosen sind frei, doch Johanna wurde in der Schlacht schwer verwundet. Mit der französischen Flagge wird sie am Ende des Dramas bedeckt. Sie ist tot und geht als Heldin in die Geschichte ein.

Friedrich Schiller dient als Vorlage zu diesem Drama die Legende von Jeanne d’Arc. Sie führte Frankreich im Krieg gegen England zum Sieg. Das ist historisch belegt. Die Originalfigur wurde jedoch als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die historische Geschichte um Jeanne d’Arc wurde von Friedrich Schiller jedoch um die Liebe zwischen Johanna und Lionel, dem englischen Offizier, erweitert. Der Konflikt, in den Johanna durch ihre Liebe zu Lionel gestürzt wird, ist leicht nachzuempfinden. Schließlich hatte sie Keuschheit geschworen.

Die so geformte romantische Tragödie reißt den Leser durch seine emotional aufgestellten Protagonisten förmlich mit. Das Stück bietet verbale, aber auch nonverbale Facetten, die es lebendig und eindrucksvoll werden lassen.

Im Mittelalter tief verwurzelt waren der Marienkult, die Mystik und die göttliche Vorsehung. Diese tiefe Religiosität spiegelt das Drama wieder. Menschlichkeit und Göttlichkeit scheinen unvereinbar. Die Glaubensfrage wird in diesem Stück immer wieder thematisiert. Heute ist das nicht mehr so nachvollziehbar.

Friedrich Schiller beschreibt in seinem Werk die Entwicklung von Johanna zu einer schönen Seele, was dem Zeitgeist entspricht. Auch Johann Wolfgang von Goethe war der Meinung, dass es sich bei der „Jungfrau von Orleans“ um Friedrich Schillers bestes Stück handelt. Heute noch wird dieses Stück sehr häufig aufgeführt und rezipiert und hat trotzdem von seiner Faszination nichts verloren.



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