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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Wunder gibt es immer wieder....


Leonie trampelt von einem Bein auf das Andere. Das macht sie immer, wenn sie nervös ist und nicht weiß was sie tun soll.  „Sei kein Frosch“, sagt sie dann zu sich selbst, „was kann schon passieren.“ Zögernd geht sie auf das fremde Mädchen zu und beobachtet es dabei. Wieder begegnen sich ihre Blicke und dieses Mal halten sie beide stand. Dann steht Leonie vor dem fremden Mädchen und schaut sie an. Dabei beobachtet sie sie genau. ‚Sie sieht ja gar nicht so anders aus wie ich. Nur hat sie dunkle Haare und dunkle Augen. Ihre Klamotten sind auch nicht die Neuesten, aber sie wirkt nett.‘ „Hallo“, sagt Leonie leise. „Hallo“, gibt das Mädchen genauso leise zurück. Fast kommt es Leonie so vor, als wenn sie sich noch fester in die Ecke drückt. ‚Hat sie etwa Angst vor mir?‘ Leonie hält ihr die Zuckerwatte hin, die schon ziemlich stark zusammengeschrumpft ist. „Magst du?“ Vorsichtig zupft das fremde Mädchen sich ein wenig von der Zuckerwatte ab und steckt sie sich in den Mund. „Ich bin Leonie und du?“ Das Mädchen schaut sie mit großen Augen an, sagt aber nichts. Da fällt Leonie ein, dass sie ja aus einem fremden Land kommt und sicher nicht deutsch sprechen kann. Sie kratzt sich am Hinterkopf und denkt nach. Dann deutet sie mit dem Finger auf sich und sagt: “Le-o-nie“. Jetzt wandert der Finger auf das fremde Mädchen zu, aber das bleibt weiter stumm. „Mmhhhhh.“ Was soll sie nur tun? Da streckt ihr das Mädchen plötzlich die Hand entgegen und sagt: “Ich bin Sajida und komme aus Syrien.“ Es hört sich ein wenig komisch an, denn sie spricht holprig, aber Leonie hat alles verstanden. Innerlich atmet sie tief aus und ist plötzlich ziemlich erleichtert. „Gehen wir zusammen über den Weihnachtsmarkt?“, fragt Leonie nun und deutet dabei mit der Hand auf den Markt. Energisch schüttelt Sajida verneinend den Kopf. „Ich habe Angst“, murmelt sie dabei leise. „Die Menschen schauen mich so komisch an.“ „Mich schauen sie auch komisch an, weil ich in einem Heim lebe. Du musst das einfach ignorieren. Schau nicht hin.“ Sajida zögert. ‚Habe ich das richtig verstanden? Ein deutsches Kind und ist genauso allein wie ich. Gibt es das wirklich?‘ Fragend schaut sie Leonie an. „Gehen wir?“, fragt diese. Sajida nickt zögernd, löst sich dann aber von der Hauswand und geht langsam neben Leonie her. Sie drängt sich dicht an Leonie, denn sie hat immer noch Angst. Leonie nimmt ihre Hand und so wandern sie gemeinsam über den Markt. An einem Stand mit Seifen bleiben die Beiden stehen. Leonie nimmt eine Seife in die Hand und riecht daran. Dann hält sie die Seife Sajida hin. Auch sie riecht daran und dann lächelt sie.

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