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Samstag, 16. Juni 2018

Ausnahmezustand

Meine Stammleser wissen, wenn ich erst einmal schreibe, dann schreibe ich. Die Welt um mich herum ist nicht mehr existent. Ich lebe meine Bücher im Kopf, also in meiner Phantasie und dann schreibe ich sie auf. Persönliche Erfahrungen spielen eine große Rolle. Ich bin der Meinung, wer nicht reist und nichts erlebt in seinem Leben, egal ob positiv oder negativ, kann nur an der Oberfläche bleiben mit seinen Werken. Doch ich will in die Tiefe. Ich möchte berühren und näher bringen. Der Leser soll etwas mitnehmen. 

Ich schreibe meine Romane in einem Rutsch durch. Also zwei oder drei Wochen am Stück, 24 Stunden rund um die Uhr. Bei Liebesromanen brauche ich herzhaftes, würziges Essen und bei gesellschaftskritischen Romanen viel Süßes. Meine Hüften legen trotzdem nicht zu, denn es herrscht Ausnahmezustand. Es gibt nur eine Person, die mich stören darf und auch nur deshalb, weil ich weiß, dass sie sich Sorgen um mich macht, ob ich auch genug esse und trinke. Vergesse ich nämlich in der Regel.

Möchte ich absolut nicht gestört werden, ziehe ich mich in meine Heimat zurück, also nach Frankreich. Freunde nehmen mich gern auf und ich kann ungestört schreiben. Für mein Wohl wird gesorgt und mein manchmal etwas chaotisches, ungepflegtes Aussehen wird mir verziehen. Schreibe ich in Österreich, in der Regel bei meinen Kinderbüchern und Erzählungen, bleibt meine Wohnung verschlossen. Ich schreibe je nach Impuls nachts oder am Tag und sehe, zugegebenermaßen, etwas wirr aus. Aber es sieht mich ja niemand. 

Die Anspannung ist enorm, denn wenn der Film in meinem Kopf abreißt, muss ich denn Faden erst einmal wiederfinden. Manchmal bemühe ich mich sogar darum, es meinen Protagonisten etwas leichter zu machen. Schließlich ist es jedem Menschen erlaubt Fehler zu machen, solange man daraus lernt.

Ein kleiner Nebeneffekt ist der, dass ich Dinge oder Situationen, die mir in meinem realen Leben begegnet sind, in meinen Büchern ganz bewusst verarbeiten kann. Am Ende des Buches bin ich von ihnen befreit, egal ob es sich um Menschen oder Situationen handelt. Klasse oder? Ich liebe übrigens Charakterstudien. Im Moment gehen mir die schlechten Charaktere gerade ein wenig aus.

Kinderbücher liebe ich übrigens ganz besonders. Ich habe viele Kinder um mich, auch junge Erwachsene, die ich in ihr Leben begleite. Meine Bücher sollen ihnen dabei helfen. 

Wenn die Bücher dann fertig sind, bin ich ausgezerrt und habe wieder Lust auf mein reales Leben. Darauf stürze ich mich dann auch. Es ist übrigens genauso interessant wie meine Bücher. Das Ganze nennt sich übrigens Leidenschaft. Andere nennen es verrückt. Sei es drum, aber schön verrückt und ich liebe es.



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