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Sonntag, 1. November 2015

Eine Hommage an einen stillen, einfachen Mann, der für mich der Größte war - mein Vater

Im August 2015 erschien dann meine im Februar 2015 geschriebene Erzählung ein "Vater für das ganze Leben" im Band "Sommerfrühstück" der Durante-Edition. ISBN 9 783738 629804

Ein erste Abrechnung mit Deutschland und eine Hommage an meinen Vater, der auch über seinen Tod hinaus und obwohl er nicht mein biologischer Vater ist, immer mein Vater sein wird.

Für Juristen, Jugendamtsmitarbeiter und Konsorten sicher unverständlich, aber wen kümmerts? 



Für die Neugierigen ein paar Textauszüge:

"Das Handeln dieses Mannes war es, das ihn zu meinem Vater werden ließ, auch über seinen Tod hinaus. Ich beurteile auch heute noch, die Menschen nach ihren Taten und nicht nach ihren Worten. Auch heute noch kann ich mich nur öffnen und Menschen mein Vertrauen schenken, wenn sie mich annehmen können so wie ich bin. Zunächst einmal verbot es mir mein Stolz sofort zuzugeben, dass er gewonnen hatte. Ich sprach ihn nie direkt an, sondern umschiffte jede Anrede elegant. Etwas was ich bis zum heutigen Tage beibehalten habe. Aber der „Bund für‘s Leben“ war geschlossen. Er wusste es und ich wusste es. Er wartete geduldig. Irgendwann, eigentlich nur kurze Zeit später in Erwachsenenjahren gerechnet, entwischte mir ein leises „Vati“. Er reagierte darauf, als ob es das normalste von der Welt wäre und mein nächstes „Vati“ war dann schon lauter und deutlicher. Obwohl er nicht mein leiblicher Vater war, hatte ich zu ihm eine sehr enge Bindung und ein ganz besonderes Verhältnis. Er adoptierte mich später."
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"Ich war in der Schule eine Musterschülerin, was die Noten anging. Einserdurchschnitt und zweitbeste Schülerin. Keine Streberin, denn gelernt habe ich nie. Die Beste wollte ich nicht sein, obwohl mir das leicht möglich gewesen wäre. Mein Betragen aber, ließ nach der Meinung meiner Lehrer stark zu wünschen übrig, denn schließlich war ich ein Mädchen und hatte brav zu sein, also eine Zwei. Das sollte mich wohl stören, weil die Note mich keine 1,0 erreichen ließ. Tat es aber nicht, ich war stolz darauf. Ich hatte überwiegend gute Lehrer, die sich einiges einfallen ließen um mich zu disziplinieren und mich auf den richtigen Weg zu bringen, der, welcher nach ihrer Meinung richtig für mich war. Ich jedoch hatte meinen eigenen Kopf und den habe ich bis heute behalten. Ich wurde in Literatur, in Sprachen und in den Naturwissenschaften gefördert, weil das meine Stärken sind. Begeistert nahm ich das an und hatte schon als Zehnjährige großen Erfolg beim Schreiben. Meine Experimente in Chemie musste ich jedoch einstellen, nachdem der Chemieraum für Tage nicht nutzbar war. Mir blieb aber noch meine Liebe zur Physik und zur Biologie. Beide Prüfungen absolvierte ich in meinem Abschlussjahr mit Bravour und auch in Literatur gab es ein ausgezeichnet. In Chemie wollte man mich nicht prüfen, dabei kann doch so ein kleiner „Chemieunfall“ jedem Mal passieren."
 
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"Aber da war ja noch die Freundin. Diese erfuhr von uns, konnte aber nichts tun. Ich störte ihr Handeln ganz erheblich. Auch die Entfernung hinderte mich nicht. Die Pflegeeinrichtung rief mich an, um mir mitzuteilen, dass mein Vater dringend Sachen benötigte und eine Nagelpflege. Sie das Geld dafür aber nicht herausrückte. Mein Bruder war zu schwach, aber ich nicht. Ich machte ihr Dampf unter dem Hintern und sie zahlte. Plötzlich wurde mein Vater in ein Krankenhaus eingeliefert. Er hatte sich ein Bakterium eingefangen, welches lebensbedrohlich war. Ich telefonierte mit dem Krankenhaus und erfuhr, natürlich nicht ohne Druck auszuüben, dass er sich dieses Bakterium in der Pflegeeinrichtung zugezogen hatte. Er wurde wieder gesund. Kurze Zeit später teilte mir mein Bruder mit, dass mein Vater in einer Klinik in Berlin liege und ein Fuß amputiert werden soll. Die Freundin hatte ihre Zustimmung gegeben. Ich rief dort an und drohte mit einer Klage. Mein Bruder ist schließlich der leibliche Sohn meines Vaters, da geht was. Aber die Ärzte redeten auch mit mir und sagten, dass die OP eigentlich nicht sein müsste, mein Vater in der Klinik dort auflebte und sogar einer Krankenschwester Avancen macht. Das war der Vater den ich kannte. Er wurde ohne OP wieder in die Pflegeeinrichtung zurück verlegt. Ich wollte die Krankenakte haben, aber sie war verschwunden."

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